Dammertüchtigung Rheinhochwasserdamm XXXV und XXXVI
Das Projekt
Die Dammertüchtigung umfasst einen 11,4 km langen Abschnitt des Rheinhochwasserdamms (RHWD) XXXV und sowie einen 2 km langen Abschnitt des RHWD XXXVI zwischen Altlußheim und Ketsch. Auf den rheinparallelen Dammabschnitten verlaufen überörtliche Straßen, abschnittsweise die K4252, die B39 und die K4250.
Der RHWD XXXV verläuft zunächst entlang des Rheins bzw. Ketscher Altrheins von Altlußheim bis zur Kraichbachmündung. Dort knickt er rechts ab und verläuft dann linksseitig entlang des Kraichbachs – 1,3 km dieses Abschnitts sind Bestandteil des Projekts.
Der RHWD XXXVI beginnt 1,3 km oberstrom der Kraichbachmündung, verläuft rechtsseitig entlang des Kraichbachs bis zur Kraichbachmündung und, rechts abknickend, von dort entlang des Altrheins nach Ketsch.
Die Dämme genügen nicht den aktuellen Anforderungen der technischen Regelwerke, insbesondere hinsichtlich der Standsicherheit. So sind u. a. die Böschungen zu steil, lokal gibt es geringe Fehlhöhen und es fehlt ein Dammverteidigungsweg, der bei Hochwasser sicher befahren werden kann. In Summe wurden die Dämme im Dammertüchtigungsprogramm Baden-Württemberg in eine hohe Priorität eingestuft.
In Kombination mit der Dammertüchtigung sollen auch die Mündung des Kraichbachs inkl. 1,3 km Gewässerstrecke beplant werden. Grund ist der aktuell naturferne Ausbau des Kraichbachs, durch den sich wichtige eigendynamische Entwicklungen zur Schaffung von Lebensräumen für die Gewässerfauna nicht ausbilden können. Hinzu kommt der etwa 2 m hohe Absturz des Kraichbachs in den Ketscher Altrhein, der für Fische und Tiere, die im Gewässerboden leben, nicht passierbar ist.
Im Rahmen der Landesstudie Gewässerökologie (LS GÖ) wurde für den Mündungsbereich am Kraichbach ein Rahmenkonzept zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit und Verbesserung der Gewässerstruktur durch Schaffung von Lebensräumen für die Gewässerfauna und Flora erarbeitet. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die Erreichung der Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL).
Das Projekt ist Teil des „Dammertüchtigungsprogramms des Landes Baden-Württemberg“ und setzt Ziele der EU-WRRL am Kraichbach um.
Mit der Dammertüchtigung wird der Hochwasserschutz verbessert, insbesondere durch die Herstellung der Standsicherheit gemäß der aktuellen Regelwerke sowie der Herstellung der Zugänglichkeit im Hochwasserfall zur Dammverteidigung.
Im Zuge der Planung der Dammertüchtigung werden auch Trassenvarianten geprüft. Dammrückverlegungen bieten hohes naturschutzfachliches und wasserwirtschaftliches Potenzial, indem sie dem Fluss mehr Raum geben und ehemalige Auelebensräume revitalisiert werden. Die Vorzugstrasse wird unter Einbeziehung aller relevanten Interessen und Aspekte nach intensiver Bewertung ausgewählt. Ein Projektbegleitkreis wird diesen Prozess wie auch alle weiteren Planungsaspekte begleiten.
Mit der Umsetzung der gewässerökologischen Aspekte sollen der Kraichbach und der Ketscher Altrhein wieder vernetzt werden. Dies ermöglicht die natürliche Wanderbewegung, insbesondere der Fische zwischen Rhein, Altrhein und Kraichbach. Zudem sollen Lebensräume für die natürlich vorkommende Fischfauna geschaffen werden und erhalten bleiben. Die in der LS GÖ konzipierten Maßnahmen haben das Potential, durch höheren Gehölzanteil und einem gewundenen Gewässerverlauf den Anteil der beschatteten Wasseroberfläche zu erhöhen. Dadurch lässt sich in heißen Sommern die Wassertemperatur reduzieren und bei Hochwasser der Wasserrückhalt verbessen.
Der baulichen Umsetzung geht ein mehrjähriges Planungs- und Genehmigungsverfahren (Planfeststellungsverfahren) voraus. Im Zuge Planung wird sich zeigen, mit welchen Maßnahmen die Ziele erreicht werden können.
Teil des Planungsprozesses ist selbstverständlich auch die Abstimmung mit den Betroffenen.
Zahlen und Fakten
Vorhabenträger: Regierungspräsidium Karlsruhe, vertreten durch den Landesbetrieb Gewässer
Lage: Landkreis Rhein-Neckar-Kreis – Hockenheimer Rheinbogen – Gemarkungen Altlußheim, Hockenheim, Ketsch
Länge: ca. 13,4 km
Aktueller Stand
Vorbereitung der Planung / Grundlagenermittlung
Termine
Derzeit keine Termine
Informieren Sie sich
Alle Maßnahmen zur Öffentlichkeitsbeteiligung und Kommunikationsmaßnahmen werden in den Planungsprozess des Projektes integriert.
Die Verantwortung für das Projekt liegt beim Vorhabenträger, dem Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe.
| Beschreibung | Dateityp | Größe |
|---|---|---|
| Lageplan | 298 KB |
Weitere Informationen
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Planungsleitfaden Öffentlichkeitsbeteiligung
Planfeststellungsverfahren
Dammertüchtigungsprogramm Baden-Württemberg
Landesstudie Gewässerökologie (LSGÖ) - Rahmenplanung im Regierungspräsidium Karlsruhe
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Fachinformationen
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stv. Projektleiterin
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