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LIFE MooReKa – Moorrevitalisierung Kaltenbronn – Hohlohmoor
Naturnah, wirkungsvoll, geschützt – Einblicke in Arbeiten, die Wasser und Moor zurückbringen
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Am Mittwoch, 12. August 2026, besichtigte Regierungspräsident Alexander Föhr gemeinsam mit den Projektpartnern ForstBW, der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden- Württemberg (FVA) und dem Naturpark die aktuelle Baustelle im Hohlohmoor. Was sonderbar klingt, wird im EU kofinanzierten Projekt Life MooReKa Wirklichkeit:
Baustelle Moor: Um die Entwässerung des Hohlohmoors zu stoppen, werden in den nächsten drei Jahren rund 1.000 Grabensperren mit Maschinen und in Handarbeit in die Entwässerungsgräben eingebaut (Pressemitteilung vom 9. Juli 2026).
Föhr betonte: „Gemeinsam mit den Projektpartnern ist es dem Regierungspräsidium gelungen, mehr als sechs Millionen Euro aus dem europäischen Förderprogramm LIFE in den Nordschwarzwald zu holen. Damit ist es nun möglich, das Hohlohmoor als besonderes Naturjuwel zu bewahren.“ Das Hohlohmoor sei, wie fast alle Moore, von Wassermangel bedroht und bereits geschädigt. Es sei dringend nötig das Niederschlagswasser länger im Moor zu halten, um so die Moorflächen wieder zu vernässen, ergänzte Daniel Raddatz, Referatsleiter Naturschutz. Nur so können Moorvegetation und -fauna als Teil der heimischen Artenvielfalt erhalten bleiben. Zugleich sind die Moore am Kaltenbronn für Erholung, Klima- und Wasserschutz sowie als Bodenarchiv von großer Bedeutung.
Mit der Baubegleitung der Arbeiten wurde der im Moorschutz erfahrene Bauingenieur Helmut Heuer-Jungemann beauftragt. Die Ökologische Baubegleitung gewährleistet die FVA. Lars Borrass, FVA Baden-Württemberg konnte bereits Erfolge verkünden: die Messergebnisse zeigen steigende Wasserpegel in den Bereichen, in denen 2024 und 2025 bereits Erprobungssperren gebaut wurden. Auch Sommertrockenheit kann so abgemildert werden und das Moor bleibt länger nass.
Hinweis für Besuchende
Der Bohlensteg am Hohlohsee ist für Erholungssuchende am Hohlohmoor weiterhin uneingeschränkt nutzbar. Einzelne Wegabschnitte am Rand des Hohlohmoors können in den nächsten Monaten zeitlich befristet geringfügig eingeschränkt sein. Erholungssuchende werden gebeten die Informationen vor Ort, im Internet oder im Infozentrum Kaltenbronn zu beachten.
Exkursionen und Sonderausstellung vor Ort
Vor Ort informiert das Infozentrum Kaltenbronn über das Projekt LIFE MooReKa: die Sonderausstellung „Baustelle Moor“ mit Bildern, Plakaten und Exponaten ist in den Sommerferien täglich von 10-17 Uhr geöffnet, ab 13.9 von Mittwoch – Sonntag von 10-17 Uhr.
Die MoorGuides des Infozentrums Kaltenbronn, die im Rahmen des Projekts LIFE MooReKa ausgebildet wurden, bieten außerdem kostenfreie Exkursionen an. Aktuelle Termine sind eine Familien-Exkursion am So, 20. September von 11-14 Uhr. Termine finden sich im Veranstaltungskalender des Infozentrums. Interessierte Gruppen können ab sofort auch wieder eigene Exkursionstermine beim Infozentrum Kaltenbronn buchen. Interessierte können sich direkt beim Infozentrum melden moorguide@infozentrum-kaltenbronn.de
LIFE MooReKa: Der Weg von der Planung zur Baustelle
Mit dem EU-kofinanzierten Projekt LIFE MooReKa Moorrevitalisierung Kaltenbronn-Hohlohmoor soll durch den Bau von Grabensperren die Wasserversorgung der Hochmoore verbessert werden. Denn nur mit ausreichend Wasser können sich die Hochmoore wieder regenerieren und als wertvolle Lebensräume für Mensch und Tier erhalten bleiben. In einem Erklärfilm auf der Projektseite wird eindrücklich der aktuelle ungünstige Zustand und die historische Entwicklung erläutert. Mitte März erteilte das Landratsamt Rastatt, nach nur fünf Monaten Bearbeitungszeit, die wasserrechtliche Plangenehmigung. Durch die gute Beteiligung und den Informationsaustausch der letzten Jahre wurde diese schnelle Zulassungsentscheidung möglich. Viele Details und Fragen wurden bereits im Vorfeld besprochen und geklärt. Im April startete die Ausschreibung für die Bauleistungen. Das europaweit ausgeschriebene Vergabeverfahren konnte Anfang Juni abgeschlossen und ein erfahrenes Unternehmen aus Sachsen beauftragt werden.
Gemeinsam mit den vier Projektpartnern – höhere Naturschutzbehörde am Regierungspräsidium Karlsruhe, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), ForstBW und Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord wurden im Juni die Vorbereitungen zum Baustart getroffen. Seit Mitte Juli wurden die Baustelle eingerichtet und Gehölze zurückgeschnitten, um die Entwässerungsgräben zu erreichen. Der Bau der Grabensperren ist bis Mitte November geplant. Im Juli 2027 werden die Arbeiten fortgesetzt. Die Bauzeit ist auf den Schutz des Auerhuhns abgestimmt: Balz, Brut und Aufzucht dürfen durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt werden. Gemeinsam mit den vier Projektpartnern – höhere Naturschutzbehörde am Regierungspräsidium Karlsruhe, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) (FVA), ForstBW und Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord wurden im Juni die Vorbereitungen zum Baustart getroffen. Seit Mitte Juli wurden die Baustelle eingerichtet und Gehölze zurückgeschnitten, um die Entwässerungsgräben zu erreichen. Der Bau der Grabensperren ist bis Mitte November geplant. Im Juli 2027 werden die Arbeiten fortgesetzt. Die Bauzeit ist auf den Schutz des Auerhuhns abgestimmt: Balz, Brut und Aufzucht dürfen durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt werden.
Hintergrundinformationen
Warum das Hohlohmoor dringend Unterstützung braucht:
Der Erklärfilm zeigt sehr eindrücklich die aktuelle Wassersituation der Moore am Kaltenbronn. Ein aus historischer Zeit stammendes Entwässerungssystem ist noch immer funktionsfähig, sodass ständig Wasser aus dem Moor herausfließt. Die im Projekt geplanten Grabensperren sollen künftig dafür sorgen, dass das Regenwasser länger im Moor verbleibt, sich verteilt und nur langsam ins Tal sickert. Durch das lebensnotwendige Wasser wird sich das Moor nach der erlittenen historischen Entwässerung in Teilen wieder regenerieren können.
Warum ist die Revitalisierung der Hochmoore am Kaltenbronn nötig?
Der Kaltenbronn im Nordschwarzwald ist ganzjährig ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel. Was für viele Erholungssuchende und Wanderer der Inbegriff einer urtümlichen und natürlichen Moor-Landschaft ist, ist für Moorkundler ein geschädigtes Ökosystem. Aufgrund eines großen Netzes an Entwässerungsgräben haben die Hochmoore am Kaltenbronn mit Wassermangel zu kämpfen. Die einst ausgedehnten, offenen Moorflächen schrumpfen seit langem und werden von Gehölzen überwachsen. Die Moore am Kaltenbronn sind daher in einem zunehmend ungünstigen ökologischen Zustand, so dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Ziel des LIFE Projektes ist die Erhaltung der ausgedehnten Moore im Natur- und Waldschutzgebiet Kaltenbronn und damit auch der Schutz der Lebensräume für die typischen Tier- und Pflanzenarten. Die Vernässungsmaßnahmen sollen dafür sorgen, dass die andauernde Entwässerung über ein Netz aus kilometerlangen Entwässerungsgräben gestoppt wird. Das Niederschlagswasser soll wieder länger im Moor verbleiben und dort zur Regeneration des Ökosystems beitragen.
Was ist LIFE Natur?
Das LIFE (L'Instrument Financier pour l'Environnement) Förderprogramm fördert Umweltschutzbelange. Der Förderbereich "LIFE Natur und Biodiversität" dient der Erhaltung der Artenvielfalt und dem Schutz von Arten und Lebensräumen. Die EU fördert Maßnahmen bis zu 75 Prozent. Der Eigenanteil muss vom Antragssteller oder von Ko-Finanzierern getragen werden. Das Land Baden-Württemberg stellt regelmäßig LIFE-Anträge und hat in den letzten Jahrzehnten erfolgreich LIFE-Projekte umgesetzt. Mit einem LIFE-Projekt entsteht auch ein wichtiger Impuls in der Region. Als Leuchtturmprojekte bekommen LIFE-Projekte stets eine besondere nationale und europaweite Aufmerksamkeit. Beispiele für aktuelle und abgeschlossene LIFE-Projekte in Baden-Württemberg sind hier zu finden.
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