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Naturschutz

LIFE MooReKA – Moorrevitalisierung Kaltenbronn – Hohlohmoor

Baustelleneinrichtung ab 14. Juli 2026– Exkursionen für Interessierte

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Im Projekt Life MooReKa werden in rund 35 Kilometer Entwässerungsgräben Grabensperren eingebaut. Nur so kann das Niederschlagswasser im Moorverbleiben und das Moor wieder nass werden.
Der Fleischfressende Sonnentau ist ein typischer Vertreter einer nassen und vitalen Moorvegetation.

Die Moorrevitalisierung am Hohlohmoor geht Schritt für Schritt voran: 
Nachdem das Landratsamt Rastatt Mitte März die wasserrechtliche Plangenehmigung (Pressemitteilung vom 9. April 2026) erteilt hatte, startete die Ausschreibung für die Bauleistungen. Das europaweit ausgeschriebene Vergabeverfahren konnte Anfang Juni 2026 abgeschlossen und ein erfahrenes Unternehmen aus Sachsen beauftragt werden. Gemeinsam mit den vier Projektpartnern – höhere Naturschutzbehörde am Regierungspräsidium Karlsruhe, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), ForstBW und Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord – wurden letzten Monat die Vorbereitungen zum Baustart getroffen. Für Dienstag, 14. Juli 2026, ist der Beginn der Baustelleneinrichtung angekündigt. In den nächsten Wochen werden dann Gehölze zurückgeschnitten, um zu den Entwässerungsgräben zu gelangen. Danach beginnt voraussichtlich Anfang August der Bau der Grabensperren. Die Bauzeit ist auf den Schutz des Auerhuhns abgestimmt: Balz, Brut und Aufzucht dürfen durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt werden. 

Der Bohlensteg am Hohlohsee ist für Erholungssuchende am Hohlohmoor weiterhin uneingeschränkt nutzbar. Die Nutzung einzelner Wegabschnitte am Rande des Hohlohmoor kann in den nächsten Monaten zeitlich befristet geringfügig eingeschränkt sein. Erholungssuchende werden gebeten, die Informationen vor Ort, im Internet oder im Infozentrum Kaltenbronn zu beachten. 

Hinweis für die Medien: 

Sobald die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen sind und die Bauarbeiten beginnen, wird das Regierungspräsidium Karlsruhe interessierte Medienvertreter/-innen zu einer Baustellenbesichtigung am Kaltenbronn, voraussichtlich Anfang August 2026, einladen. Dazu wird eine gesonderte Presseeinladung versandt werden.

Exkursionen und Sonderausstellung vor Ort 

Vor Ort informiert das Infozentrum Kaltenbronn über das Projekt Life MooReKa: die Sonderausstellung „Baustelle Moor“ mit Bildern, Plakaten und Exponaten ist von Mittwoch bis Freitag von 13-17 Uhr geöffnet, an den Wochenenden von 10 – 17 Uhr. Die MoorGuides des Infozentrums Kaltenbronn, die im Rahmen des Projekts Life MooReKa ausgebildet wurden, bieten außerdem kostenfreie Exkursionen an. Aktuelle Termine sind eine Radtour am Sa, 2. August von 14-17 Uhr. Termine finden sich im Veranstaltungskalender des Infozentrums. Interessierte Gruppen können ab sofort auch wieder eigene Exkursionstermine beim Infozentrum Kaltenbronn buchen. Interessierte können sich direkt beim Infozentrum melden moorguide@infozentrum-kaltenbronn.de

EU-konfinanzierte Projekt Life MooReKa verbessert die Wassersitutation des Hohlohmoors

Mit dem EU-kofinanzierten Projekt LIFE MooReKa Moorrevitalisierung Kaltenbronn-Hohlohmoor soll durch den Bau von Grabensperren die Wasserversorgung der Hochmoore verbessert werden. Denn nur mit ausreichend Wasser können sich die Hochmoore wieder regenerieren und als wertvolle Lebensräume für Mensch und Tier erhalten bleiben. In einem Erklärfilm auf der Projektseite wird eindrücklich der aktuelle ungünstige Zustand und die historische Entwicklung dahin erläutert. 

Hintergrundinformationen 

Warum das Hohlohmoor dringend Unterstützung braucht: 

Der Erklärfilm zeigt sehr eindrücklich die aktuelle Wassersituation der Moore am Kaltenbronn. Ein aus historischer Zeit stammendes Entwässerungssystem ist noch immer funktionsfähig, sodass ständig Wasser aus dem Moor herausfließt. Die im Projekt geplanten Grabensperren sollen künftig dafür sorgen, dass das Regenwasser länger im Moor verbleibt, sich verteilt und nur langsam ins Tal sickert. Durch das lebensnotwendige Wasser wird sich das Moor nach der erlittenen historischen Entwässerung in Teilen wieder regenerieren können. 

Warum ist die Revitalisierung der Hochmoore am Kaltenbronn nötig?

Der Kaltenbronn im Nordschwarzwald ist ganzjährig ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel. Was für viele Erholungssuchende und Wanderer der Inbegriff einer urtümlichen und natürlichen Moor-Landschaft ist, ist für Moorkundler ein geschädigtes Ökosystem. Aufgrund eines großen Netzes an Entwässerungsgräben haben die Hochmoore am Kaltenbronn mit Wassermangel zu kämpfen. Die einst ausgedehnten, offenen Moorflächen schrumpfen seit langem und werden von Gehölzen überwachsen. Die Moore am Kaltenbronn sind daher in einem zunehmend ungünstigen ökologischen Zustand, so dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Ziel des LIFE Projektes ist die Erhaltung der ausgedehnten Moore im Natur- und Waldschutzgebiet Kaltenbronn und damit auch der Schutz der Lebensräume für die typischen Tier- und Pflanzenarten. Die Vernässungsmaßnahmen sollen dafür sorgen, dass die andauernde Entwässerung über ein Netz aus kilometerlangen Entwässerungsgräben gestoppt wird. Das Niederschlagswasser soll wieder länger im Moor verbleiben und dort zur Regeneration des Ökosystems beitragen.

Was ist LIFE Natur?

Das LIFE (L'Instrument Financier pour l'Environnement) Förderprogramm fördert Umweltschutzbelange. Der Förderbereich "LIFE Natur und Biodiversität" dient der Erhaltung der Artenvielfalt und dem Schutz von Arten und Lebensräumen. Die EU fördert Maßnahmen bis zu 75 Prozent. Der Eigenanteil muss vom Antragssteller oder von Ko-Finanzierern getragen werden. Das Land Baden-Württemberg stellt regelmäßig LIFE-Anträge und hat in den letzten Jahrzehnten erfolgreich LIFE-Projekte umgesetzt. Mit einem LIFE-Projekt entsteht auch ein wichtiger Impuls in der Region. Als Leuchtturmprojekte bekommen LIFE-Projekte stets eine besondere nationale und europaweite Aufmerksamkeit. Beispiele für aktuelle und abgeschlossene LIFE-Projekte in Baden-Württemberg sind hier zu finden.

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Pressesprecherin
Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
0721 926-4051
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Dr. Tassilo Keiber
Stellvertretender Pressesprecher
Schlossplatz 1 - 3
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