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Artenschutz

Rückkehr der Arnika auf den Kniebis

Praktischer Artenschutz für artenreiche Wiesen und die seltene Arnika im Naturschutzgebiet Kniebis-Alexanderschanze – der Erfolg wird im Frühjahr sichtbar sein

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Am Freitag, 9. Oktober 2026, unterstützten 11 Mitglieder aus regionalen NABU-Gruppen, 31 Schülerinnen und Schüler der Grundschule Kniebis, zwei Lehrkräfte und fünf Mitarbeitende der Naturschutzverwaltung das Überleben der seltenen Arnika im Schwarzwald. Im Naturschutzgebiet Kniebis-Alexanderschanze, Landkreis Freudenstadt, wurden im kalten Herbstwetter Samen von Arnika, Bärwurz, Arznei-Thymian und weiteren heimischen Wiesenkräutern ausgesät. Die Aussaat im Herbst ist besonders geeignet, da die Arnika-Samen erst nach einem Kältereiz keimen. Markus Pagel, Geschäftsführer des NABU Bezirkes Gäu-Nordschwarzwald und Ulrike Wolff vom Naturschutzreferat am Regierungspräsidium freuten sich gemeinsam mit Florian Zeibig vom Landschaftserhaltungsverband Freudenstadt über die gelungene Aktion. Die Artenvielfalt im Naturschutzgebiet Kniebis-Alexanderschanze wird so dauerhaft erhalten und gestärkt.

Finanziert wurde die Ansaat aus Naturschutzmitteln des Landes Baden-Württemberg.

Im nächsten Jahr werden die Flächen im Naturschutzgebiet im Rahmen des Projektes „Archewiesen“ des Landes kontrolliert und die Keimung und der Aufwuchs dokumentiert.

Die seltene Arnika soll wieder keimen und gedeihen – drei Arbeitsschritte sind nötig:

  • Sammeln der Arnika-Samen: Die Samen der Arnika wurden bereits einige Wochen vorher von Ehrenamtlichen des NABU gemeinsam mit dem vom Naturschutzreferat am Regierungspräsidium Karlsruhe beauftragten Biologen auf eigens ausgewählten Flächen im Oberen Wolfachtal im Landkreis Freudenstadt gesammelt. Die zarten Samen der Arnika ähneln denen der weithin bekannten Pusteblume des Löwenzahns. Beim Sammeln müssen gezielt die Arnika-Samen ausgesucht werden.
  • Vorbereitung der Aussaatflächen: Ende September wurden die Flächen, die zur Aussaat ausgesucht wurden, vorbereitet (Pressemitteilung vom 28. September 2026). Mit einem Mulcher wurden kleinflächig offene Bodenstellen aufgerissen, um beste Keimbedingungen für die Arnika zu schaffen, die zu den sog. Lichtkeimern zählt, was bedeutet, dass ihre Samen zur Keimung neben Feuchtigkeit und Bodenkontakt auch Sonnenlicht benötigen.
  • Aussaat: Die Arnika-Samen wurden vor der Aussaat mit gebietsheimischem Wiesen-Saatgut gemischt und gleichmäßig auf den vorbereiteten Flächen ausgesät.

Mit dem Ökomobil die heimische Pflanzenwelt erkunden und schätzen lernen:
Bereits am Vormittag haben Schulkinder der Grundschule in Kniebis gemeinsam mit dem Ökomobil des Naturschutzreferats am Regierungspräsidium Karlsruhe die Tierwelt der Wiesen und die Arnika erkundet: Die Arnika ist eine rund 40 cm hohe Rosettenpflanze mit gelben Korbblüten, zusammengesetzt aus Röhrenblüten und Zungenblüten, und mit pusteblumenartigen Samenständen, die den seltsamen botanischen Fachausdruck Achänen tragen. Mit Mikroskop und Pinzette, Buntstift und Papier wurde experimentiert und gestaunt. Das Ökomobil setzt darauf, dass Naturerleben in früher Kindheit zukünftigen Arten- und Naturschutz unterstützt: Nur was man kennt, das schützt man! Die heimische Artenvielfalt ist Teil unserer natürlichen Lebensgrundlagen und kann direkt vor unserer Haustür geschützt werden.

Projekt „Archewiesen“

Im landesweiten Projekt „Archewiesen“ wird artenreiches Grünland erhalten, wieder hergestellt und neu angelegt. Artenreiche Mähwiesen sind europäisch geschützt. Baden-Württemberg hat eine besondere Verantwortung für die Erhaltung. Mit dem europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 hat die Europäische Union seit 1992 die europäische Vielfalt an Lebensräumen und Arten im Auge. Neben Buchenwäldern und naturnahen Bächen gehören auch blumenbunte Mähwiesen zum Schutzgebietsnetz Natura 2000. In Baden-Württemberg und Bayern liegen deutschland- und europaweit die meisten Mähwiesen, die sich durch einen großen Artenreichtum auszeichnen. Artenreiche Wiesen liefern einen Beitrag zur heimischen Artenvielfalt, sind wichtig für den Bodenschutz und die Bodenfruchtbarkeit, den Trinkwasser- und Klimaschutz und bereichern darüber hinaus das Landschaftsbild. Im Projekt wird Saatgut von artenreichen Wiesen (Spenderflächen) gewonnen. Dafür gibt es verschiedene Methoden: Druschverfahren, Bürstenverfahren und Handsammlung. Die Vorbereitung der artenarmen Empfängerflächen umfasst die Bodenbearbeitung, die Entfernung von Unkraut und die gezielte Entfernung von unerwünschten Arten.

Download der Broschüre Archewiesen – Erhaltung artenreichen Grünlands mit Handlungsempfehlungen und Hinweisen zur Umsetzung.

zum Projekt Archewiesen


Warum braucht die Arnika unsere Unterstützung?

Berg-Wohlverleih (botanisch: Arnica montana), wie die Arnika auch genannt wird, ist in Baden-Württemberg in der aktuellen Roten Liste als stark gefährdet verzeichnet (Rote Liste Deutschland: gefährdet). Sie kommt in den Mittelgebirgen vor, wie der Name bereits verrät. Der Schwerpunkt der Verbreitung ist in Baden-Württemberg daher der Schwarzwald. Im Nordschwarzwald ist die Verbreitung durch Nutzungsaufgabe oder auch -intensivierung sehr stark zurückgegangen. Die Art fehlt fast vollständig in der natürlichen Artenausstattung der Borstgrasrasen und der bodensauren Wiesen. Damit fehlt sie als Teil der Nahrungs- und Überlebenskette für zahlreiche Insekten, Spinnentiere, Wanzen und andere Kleinlebewesen. Um die Pflanzenart dauerhaft im Nordschwarzwald als Teil der heimischen Artenvielfalt zu erhalten, setzt die Naturschutzverwaltung gezielte auf Aussaat und Anpflanzung. Beispielsweise wurden in Bad Rippoldsau-Schapbach vorgezogene Jungpflanzen ausgepflanzt. Da hier der Aufwand durch die Aufzucht deutlich erhöht ist, wird aktuell direkt ausgesät. Im Rahmen des Artenschutzprogrammes Baden-Württemberg wird der Erfolg beobachtet. Die Arbeiten werden durch Naturschutzmittel des Landes Baden-Württemberg finanziert.

zum Artenschutzprogramm Baden-Württemberg

zur Zusammenfassung Rote Liste Pflanzen in Baden-Württemberg

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Pressesprecherin
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76131 Karlsruhe
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Dr. Tassilo Keiber
Stellvertretender Pressesprecher
Schlossplatz 1 - 3
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