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Rückkehr der Arnika auf den Kniebis
Im Naturschutzgebiet Kniebis-Alexanderschanze werden bodensaure Wiesen zur Aussaat vorbereitet
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Ende September werden bodensaure Wiesen im Rahmen des Archewiesenprojekts und im Auftrag des Naturschutzreferates des Regierungspräsidiums Karlsruhe für die Aussaat von gebietsheimischem Saatgut vorbereitet. Mit dabei sind auch Arnikasamen, um das Überleben dieser seltenen Art zu sichern. Die Wiesen liegen unweit des Skilifts Lamm, zwischen Eichelbachstraße und Straßburger Straße. In Abstimmung mit den Bewirtschaftenden und den Flächeneigentümern werden die ausgewählten Flächen mit Spezialgerät so bearbeitet, so dass in einem Raster auf den gesamten Flächen freie Bodenstellen entstehen. Anfang Oktober wird dann in einer gemeinsamen Aktion des Naturschutzreferates, des Landschaftserhaltungsverbandes Freudenstadt und der NABU-Gruppen der Umgebung die Aussaat der Arnikasamen auf den vorbereiteten Flächen erfolgen (hierzu ist eine Pressemitteilung für Anfang Oktober in Planung).
Die bekannte Heilpflanze Arnika ist früher im Schwarzwald häufig vorgekommen. Ihr Rückgang steht stellvertretend für den Rückgang unserer gesamten biologischen Vielfalt. Mit dem Archewiesenprojekt soll diese Vielfalt wieder gestärkt werden.
Ulrike Wolff vom Naturschutzreferat am Regierungspräsidium und Florian Zeibig vom Landschaftserhaltungsverband Freudenstadt freuen sich mit Markus Pagel, Geschäftsführer des NABU Bezirkes Gäu-Nordschwarzwald über die Zusammenarbeit. Finanziert wird die Ansaat aus Naturschutzmitteln des Landes Baden-Württemberg.
Die Presse ist eingeladen am Vormittag des 9. Oktober mit dabei zu sein. Treffpunkt. ist der Parkplatz am Skihang Lamm – Kniebis (Straßburger Str. 347, Freudenstadt). Beginn ist 9:30 Uhr mit einer Begrüßung und Einführung zur Arnika am Ökomobil. Der Arbeitseinsatz wird bis ca. 14 Uhr gehen, gerne können Sie im Laufe des Einsatzes dazustoßen. Um Anmeldung wird bis zum 6. Oktober gebeten an pressestelle@rpk.bwl.de.
„Projekt Archewiesen“
Im landesweiten Projekt Archewiesen wird artenreiches Grünland erhalten, wieder hergestellt und neu angelegt. Artenreiche Mähwiesen sind europäisch geschützt. Baden-Württemberg hat eine besondere Verantwortung für die Erhaltung. Mit dem europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 hat die Europäische Union seit 1992 die europäische Vielfalt an Lebensräumen und Arten im Auge. Neben Buchenwäldern und naturnahen Bächen gehören auch blumenbunte Mähwiesen zum Schutzgebietsnetz Natura 2000. In Baden-Württemberg und Bayern liegen deutschland- und europaweit die meisten Mähwiesen, die sich durch einen großen Artenreichtum auszeichnen. Artenreiche Wiesen liefern einen Beitrag zur heimischen Artenvielfalt, sind wichtig für den Bodenschutz und die Bodenfruchtbarkeit, den Trinkwasser- und Klimaschutz und bereichern darüber hinaus das Landschaftsbild. Im Projekt wird Saatgut von artenreichen Wiesen (Spenderflächen) gewonnen. Dafür gibt es verschiedene Methoden: Druschverfahren, Bürstenverfahren und Handsammlung. Die Vorbereitung der artenarmen Empfängerflächen umfasst die Bodenbearbeitung und die gezielte Entfernung von unerwünschten Arten.
Download der Broschüre Archewiesen – Erhaltung artenreichen Grünlands mit Handlungsempfehlungen und Hinweisen zur Umsetzung.
Warum braucht die Arnika unsere Unterstützung?
Berg-Wohlverleih (botanisch: Arnica montana), wie die Arnika auch genannt wird, ist in Baden-Württemberg in der aktuellen Roten Liste als stark gefährdet verzeichnet (Rote Liste Deutschland: gefährdet). Sie kommt in den Mittelgebirgen vor, wie der Name bereits verrät. Der Schwerpunkt der Verbreitung ist in Baden-Württemberg daher der Schwarzwald. Im Nordschwarzwald ist die Verbreitung durch Nutzungsaufgabe oder auch -intensivierung sehr stark zurückgegangen. Die Art fehlt fast vollständig in der natürlichen Artenausstattung der Borstgrasrasen und der bodensauren Wiesen. Damit fehlt sie als Teil der Nahrungs- und Überlebenskette für zahlreiche Insekten und andere Kleinlebewesen. Um die Pflanzenart dauerhaft im Nordschwarzwald, als Teil der heimischen Artenvielfalt, zu erhalten setzt die Naturschutzverwaltung gezielte auf Aussaat und Anpflanzung. Beispielsweise wurden bereits auf Flächen in Bad Rippoldsau-Schapbach vorgezogene Jungpflanzen ausgepflanzt. Da hier der Aufwand durch die Aufzucht deutlich erhöht ist, wird aktuell direkt ausgesät. Der Erfolg wird in den nächsten Jahren beobachtet. Die Arbeiten werden durch Naturschutzmittel des Landes Baden-Württemberg finanziert.
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