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Regierungspräsidium Karlsruhe stellt Sachstände der bereits umgesetzten und in Vorbereitung befindlichen Maßnahmen am Leimbach vor
Hochwasserschutz wird im Bereich der Maßnahme M4 in Leimen-St. Ilgen deutlich verbessert
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Der Landesbetrieb Gewässer (LBG) des Regierungspräsidiums Karlsruhe hat gestern Abend, 22. Juni 2026, im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung in der Aegidius-Halle Leimen-St. Ilgen, Bürgerinnen und Bürger von Leimen, Sandhausen und Nußloch sowie alle Interessierten zum Sachstand der Umsetzung der Maßnahmen am Leimbach informiert.
Bei sehr sommerlichen Temperaturen hat sich eine größere Zahl Interessierter zu der Veranstaltung eingefunden. Sie nutzten die Gelegenheit, um sich einen Überblick zu verschaffen und ihre Fragen dazu im Dialog mit den Vortragenden zu klären. Nach der Begrüßung durch Herrn Oberbürgermeister John Ehret, Leimen, gab der Geschäftsführer des LBG, Armin Stelzer, einen Überblick über die verschiedenen Maßnahmen (M1 – M5) entlang des gesamten Leimbachs. Im Fokus der Veranstaltung stand die Abflusssituation und der Sachstand der Maßnahme M4 – der Ausbau des Leimbach-Unterlaufs vom Hochwasserrückhaltebecken bis zur Kirchheimer Mühle.
Abflusssituation Leimbach im Bereich M4
Seit der Inbetriebnahme des Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) Nußloch im Jahr 2000 und dem Ausbau des Hardtbachs im Jahr 2004 können die Abflüsse in den Leimbach am Auslassbauwerk des HRB bei Hochwasserereignissen auf rund einen Kubikmeter pro Sekunde gedrosselt werden. Bei Bedarf ist übergangsweise eine Reduzierung auf nahezu null möglich. Dies wurde unter anderem beim Starkregenereignis am 26. August 2022 umgesetzt: Der vom Walldorfer Raum kommende Abfluss im Hardtbach wurde weitergeleitet und die unterhalb des Wehrs angrenzenden Kommunen im Bereich der Maßnahme M4 konnten ihr Regenwasser kontrolliert in den Leimbach einleiten.
Senkung des Wasserspiegels durch Unterhaltungsmaßnahmen
Begleitend zum laufenden Planfeststellungsverfahren hat der LBG in den vergangenen Jahren mehrere Unterhaltungsmaßnahmen umgesetzt, um den Abflussquerschnitt zu stabilisieren. So wurde 2024 oberhalb der Brücke der Deutschen Bahn in St. Ilgen eine kleinräumige Sedimententnahme durchgeführt. In dem sensiblen Abschnitt konnte dadurch eine messbare Senkung des Wasserspiegels erreicht werden.
Reparatur von Schäden an den Dämmen und Böschungen am Leimbach
Ein Großteil der Schäden an Dämmen und Böschungen des Leimbachs ist auf Wühltierbauten von Bisam und Nutria zurückzuführen. Von Januar bis Mai 2026 hat der LBG in besonders betroffenen Abschnitten in St. Ilgen Reparaturarbeiten vorgenommen. Abgerutschte Böschungen wurden neu profiliert, Wühltiergänge verschlossen, Steinschüttungen im Böschungsfuß eingebracht und die Böschung mit Erdmaterial wieder aufgebaut und verdichtet. In Abstimmung mit den angrenzenden Kommunen und in enger Zusammenarbeit mit den Jagdausübungsberechtigten wird die Nutria-Bejagung und Bisambekämpfung in Gewässernähe weiter intensiviert.
Sachstand Maßnahme M4 und nächste Schritte
Der Planfeststellungsbeschluss für die Maßnahme M4 ist seit Januar 2026 rechtskräftig. Aufgrund begrenzter Personal- und Finanzressourcen des Landes und der daraus folgenden Priorisierung im LBG erfolgt die Umsetzung schrittweise. In einem ersten Schritt wird zur weiteren Verbesserung der Abflusssituation eine Retentionsmaßnahme umgesetzt. Das beauftragte Büro Lindschulte hat dargelegt, dass sich damit die Abflüsse bei Starkregen wesentlich reduzieren lassen und der Hochwasserschutz in St. Ilgen deutlich verbessert wird. Über weitere Maßnahmen im Bereich M4 wird das Regierungspräsidium Karlsruhe fortlaufend informieren.
Hintergrund: Maßnahmenpaket M1 – M5 am Leimbach
Bereits umgesetzte Maßnahmen:
Maßnahme 1: Hochwasserrückhaltebecken Leimbach bei Nußloch – Juli 2000
Maßnahme 2: Ausbau des Hardtbachs und Polderbau – Dezember 2004
Maßnahme 3: Ausbau Leimbach-Oberlauf (von Waldangelbacheinmündung in Wiesloch bis Hochwasserrückhaltebecken Nußloch)
Maßnahme 3.2: Ehemalige Hubbrücke in Wiesloch bis Straßenbrücke „In den Weinäckern“ – 2016
Maßnahme 3.3: Brücke „In den Weinäckern“ bis zum ehemaligen Postmühlenwehr in Wiesloch - März 2026
Noch nicht umgesetzte Maßnahmen:
Maßnahme 3.1: Hochwasserrückhaltebecken Nußloch bis zur ehemaligen Hubbrücke in Wiesloch: der Planfeststellungsbeschluss für die Maßnahme M 3.1 ist seit Dezember 2025 rechtskräftig. Aktuell laufen die Vorbereitungen für die Ausführungsplanung.
Maßnahme M4: Ausbau Leimbach-Unterlauf (vom Hochwasserrückhaltebecken bis Kirchheimer Mühle). Der Planfeststellungsbeschluss für die Maßnahme M 4 ist seit Januar 2026 rechtskräftig.
Maßnahme 5: Die Maßnahme befindet sich im Planfeststellunsgverfahren – Pressemitteilung vom 9. Juni 2026.
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