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Regierungspräsidium fördert Wildbienen in Hohlwegen am Hopfenberg
Am Hopfenberg in Pfinztal finden Gehölzpflegearbeiten zur Freistellung von Lößwänden statt
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Ab 27. Oktober 2026 finden im Auftrag des Naturschutzreferats am Regierungspräsidium Karlsruhe Freischnittarbeiten an Hohlwegen am Hopfenberg in Pfinztal statt. Mit diesen Arbeiten werden zahlreiche Wildbienenarten und andere Insekten gefördert, die in besonnten Lößsteilwänden ihre Niströhren anlegen.
Wer dieser Tage den goldenen Herbst bei einem Spaziergang im Kraichgau voll auskostet, kommt unweigerlich an ihnen vorbei – an tief in das Erdreich eingeschnittenen Wegen. Doch wie sind diese sogenannten Hohlwege entstanden?
Hohlwege sind ein Zeugnis jahrhundertealter Nutzung. So wurde das leicht abgrabbare Bodenmaterial, der Löß, durch Wagenreifen und Huftritte von Zug- und Lasttieren kontinuierlich abgetragen, wodurch sich der Weg immer tiefer in den Untergrund einschnitt und von Regenwasser fortwährend weiter ausgewaschen wurde. Bestandteil der Hohlwege sind entsprechend steile Lößwände. Diese sind jedoch nicht nur ein kulturhistorisches Zeugnis, sondern nehmen auch eine große Bedeutung für Flora und Fauna ein. So konnten bei einer Untersuchung der Lößwände im Kaiserstuhl insgesamt 113 Arten von Wildbienen und Solitärwespen nachgewiesen werden, die Lößwände als Lebensraum nutzen.
Auch im Bereich des Hopfenberges in Pfinztal befinden sich Lößwandbereiche. Diese sind in den letzten Jahren zunehmend mit Efeu, Brombeeren sowie mit Gehölzen zugewachsen. Dadurch verlieren sie nach und nach ihren Wert für die spezialisierte Tier- und Pflanzenwelt. Um diesem Trend entgegenzuwirken und die offenen, besonnten Wandbereiche wiederherzustellen, sind nun Pflegemaßnahmen geplant. Eine von vielen Profiteuren der Maßnahme am Hopfenberg ist die Frühlingspelzbiene. Diese Wildbienenart sieht aus wie eine kleine Hummel. Oft steht sie wie ein kleiner Kolibri im Schwirrflug vor Blüten. Die Frühlingspelzbiene hat einen besonders langen Rüssel. Sie ist daher ein wichtiger Bestäuber von Blüten mit tiefen Kelchen, zum Beispiel von Schlüsselblumen.
Der Beginn der Pflegemaßnahmen ist am 27. Oktober 2026 geplant. Die aufwachsende Vegetation wir hierbei schonend durch ein Landschaftspflegeunternehmen entfernt.
Die Pflegemaßnahmen werden vom Naturschutzreferat am Regierungspräsidium Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Karlsruhe sowie der Gemeinde Pfinztal koordiniert und durchgeführt. Finanziert wird die Pflegemaßnahme über Mittel der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg.
Hintergrundinformation: Warum ist Landschaftspflege an Hohlwegen notwendig?
Vor dem Ausbau und der Befestigung der meisten Flüsse konnten diese die Landschaft gestalten. Immer wieder kam es zu Verlagerungen der Gewässerläufe. Dadurch sind Steilwände an den Gewässerufern entstanden. Auch andere dynamische Prozesse haben immer wieder zur Schaffung kleiner Steilwände beigetragen, zum Beispiel Windwurfereignisse, nach denen die Wurzelteller von Bäumen kleine Steilwände darstellen. Solche Lebensräume sind inzwischen selten geworden. Viele der Tierarten, die an diese Lebensräume angepasst waren, stehen heute in den Roten Listen der gefährdeten Arten oder sind bereits aus unserer Landschaft verschwunden. Um den weiteren Artenschwund aufzuhalten, werden Biotope gezielt gepflegt und erhalten, wie dies zum Beispiel bei den Hohlwegen am Hopfenberg geschieht. Die Mittel dazu stammen aus Ersatzgeldzahlungen, die Eingriffe in die Natur kompensieren sollen. Von diesen Mitteln profitieren nicht nur die seltenen Tier- und Pflanzenarten, sondern auch regionale landwirtschaftliche Betriebe oder Landschaftspflegefirmen, die diese Arbeiten ausführen.
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