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Artenschutz

5 Jahre Initiative Rebhuhnschutz Schefflenztal: Rebhühner im Aufwind

Rebhuhnschutz braucht viele Hände

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Regierungspräsident Föhr begrüßte rund 90 Rebhuhnfreundinnen und -freunde zur 5-Jahres-Feier und lobte die Gemeinschaftsleistung der Initiative Rebhuhnschutz Schefflenztal.
Judith Knebel, Naturschutzreferat am RP Karlsruhe, (links) und Dr. Elmar Werling (rechts) berichteten über die Anfänge und Erfolge der Initiative. Rene Greiner, Geschäftsführer des Landesjagdverbands BW, (Mitte) gratulierte zum Erfolg.

Die Initiative Rebhuhnschutz Schefflenztal feierte am 5. November 2026 mit einem Festakt in Schefflenz ihr fünfjähriges Bestehen. Am Vormittag fand ein landesweiter Fachaustausch zum Rebhuhnschutz mit über 60 Teilnehmenden statt.

Der Schefflenzer Bürgermeister Raphael Hoffman freute sich über die gut gefüllte Roedderhalle und das große Interesse an dem selten gewordenen Feldvogel, der für eine artenreiche und vielfältige Agrarlandschaft steht. Schefflenz ist zusammen mit Teilen von Billigheim, Elztal, Mosbach und Seckach das Kerngebiet des Rebhuhns im Regierungsbezirk Karlsruhe. Seit 2021 besteht die Initiative unter Federführung des Naturschutzreferats am Regierungspräsidium Karlsruhe. Regierungspräsident Alexander Föhr und Landrat Dr. Achim Brötel blickten in viele zufriedene Gesichter und lobten die gute Gemeinschaftsleistung der Initiative. René Greiner, Geschäftsführer des Landesjagdverbands Baden-Württemberg und Vertreter des Bundesprojekts „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern“, gratulierte zu dem erfolgreichen Gemeinschaftsprojekt. Dr. Elmar Werling, Mitglied des Lenkungskreises der Initiative, und Judith Knebel vom Naturschutzreferat am Regierungspräsidium, fassten den Erfolg zusammen: 
Der Bestand des vom Aussterben bedrohten Rebhuhns hat sich erfreulicherweise stabilisiert und zeigt eine steigende Tendenz. So wurden anfänglich etwa 50 rufende Rebhähne und in 2026 rund 70 gezählt. In dem rund 100 Quadratkilometer großen Projektgebiet beteiligen sich mittlerweile 30 landwirtschaftliche Betriebe. Besonders hervorzuheben ist der diesjährige Bruterfolg von zehn Jungtieren pro Rebhuhnpaar. Dieser Wert lag 2025 bereits bei 8,2 gegenüber einem bundesweiten Durchschnitt von 5,8. Damit kann sich das Schefflenztal mit den besten Rebhuhngebieten Deutschlands messen, bestätigte auch René Greiner.

Nach den Grußworten und der Vorstellung der Initiative Rebhuhnschutz Schefflenztal stellte Ineke Joormann vom Johann-Heinrich-von Thünen-Institut aus Braunschweig das Verbundprojekt „Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft“ (F.R.A.N.Z.) vor. Unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft“ erprobt das bundesweite Dialog- und Demonstrationsprojekt Maßnahmen, die dem Naturschutz dienen und gleichzeitig praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig sind. Mit diesem Blick „über den Tellerrand“ wurde deutlich, welche Wirkungen erzielt werden können, wenn Naturschutz und Landwirtschaft zusammenarbeiten: Ackerwildkräuter, Wildbienen, Tagfalter, Laufkäfer, Feldhasen und Feldvögel profitieren nachweislich. Sinnvolle Maßnahmenbündel und gute Beratung verbessern die Effizienz und steigern die Akzeptanz in den landwirtschaftlichen Betrieben.

Regierungspräsident Föhr dankte abschließend allen Beteiligten für ihr herausragendes Engagement: „Wir haben heute Abend einen Meilenstein der Initiative Rebhuhnschutz Schefflenztal gefeiert. Der Abend hat verdeutlicht, dass erfolgreicher Rebhuhnschutz viele Hände braucht - ganz im Sinne unseres Slogans „Zamme regle mir des“.“

Im Anschluss an den Festakt fand bei guter Verpflegung durch die NABU-Gruppe Seckach-Schefflenztal ein reger Austausch statt. Dabei diskutierten die Rebhuhn-Interessierten Vergangenes und auch zukünftige Schritte. Der Aufwind, in dem sich das Rebhuhn momentan befindet, gibt auch der Initiative Rebhuhnschutz Schefflenztal neuen Antrieb.

Anhang

Faltblatt Rebhuhnschutz-Projekt (barrierefrei)

Hintergrundinformationen zu „Rebhuhnschutz Schefflenztal“

Die Bestände des Rebhuhns sind europaweit in den letzten Jahrzehnten um über 90% zurückgegangen. In Baden-Württemberg wird das Rebhuhn auf der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ geführt. Das 100 Quadratkilometer große Projektgebiet zwischen Schefflenz, Billigheim, Mosbach, Elztal und Seckach umfasst das bedeutendste noch verbliebene Verbreitungsgebiet des Rebhuhns im gesamten Regierungsbezirk Karlsruhe. 

Beim „Rebhuhnschutz Schefflenztal“ engagieren sich seit Sommer 2021 lokale Akteure unter der Leitung des Naturschutzreferats am Regierungspräsidium Karlsruhe. Vertreterinnen und Vertreter der NABU-Gruppen Mosbach und Seckach-Schefflenztal, der Ornithologischen Gesellschaft Baden-Württemberg, des Hegerings Schefflenztal, des Landschaftserhaltungsverbandes Neckar-Odenwald-Kreis sowie des Bauernverbandes arbeiten gemeinsam mit den Gemeinden Schefflenz, Billigheim, Elztal, Seckach und der Stadt Mosbach sowie den Naturschutz-, Landwirtschafts-, Jagd- und Flurneuordnungsbehörden des Landratsamtes zusammen. 

Gemeinsames Ziel der Initiative „Rebhuhnschutz Schefflenztal“ ist ein stabiler Rebhuhnbestand in der Region. Von dort aus kann das Rebhuhn dann hoffentlich auch andere Teile des Landkreises wieder besiedeln. Dafür muss der Lebensraum für das Rebhuhn verbessert werden: extensiv genutzte Äcker, blütenreiche Wiesen, mehrjährigen Brachen, hochstehende Grassäume und einzelne dichte Hecken können durch gezielte Landschaftspflege und veränderte Bewirtschaftung erhalten oder wieder hergestellt werden. Vor allem Landwirte, aber auch Kommunen können hier einen wichtigen Beitrag zum Rebhuhnschutz leisten. Und auch Spaziergänger können durch ihr Verhalten Rebhühner schützen, indem sie Hunde an der Leine führen und die befestigten Wege im Gebiet während der Brutsaison nicht verlassen.

Um ihr Ziel zu erreichen werden von allen Beteiligten gemeinsam unterschiedliche Aktivitäten umgesetzt: Konkret reicht diese vom Rebhuhnmonitoring durch Freiwillige über rebhuhnfreundliche Heckenpflege der Kommunen bis zum Angebot von Exkursionen und einem zweimonatig erscheinenden Newsletter. Auch das Management der Beutegreifer, die Eier und Jungvögel bedrohen, ist Bestandteil der Initiative. Zentral ist die Mitarbeit der Landwirte, die ihre Flächen rebhuhnfreundlich bewirtschaften. Der Landschaftserhaltungsverband Neckar-Odenwald berät Betriebe im Projektgebiet gezielt zu geeigneten Schutzmaßnahmen. Auf über 160 Hektar kommen inzwischen Finanzmittel aus der Landschaftspflegerichtlinie zum Einsatz. Weitere Flächen werden über Fördermittel aus der Landwirtschaft rebhuhngerecht bewirtschaftet. Ziel ist es in erster Linie, sichere Bruthabitate zu schaffen, in denen die Rebhühner ihre Jungen aufziehen können. Die Projektverantwortlichen stehen außerdem im überregionalen Austausch mit anderen Initiativen zum Rebhuhnschutz in Baden-Württemberg und Deutschland.

Weitere Informationen

Interessierte können sich mit einer E-Mail zum alle zwei Monate erscheinenden Newsletter anmelden oder sich auf der Projektseite der Initiative Rebhuhnschutz Schefflenztal informieren.

Projektseite des Regierungspräsidiums Karlsruhe

Informationen zum Verbundprojekt „Gemeinsam für mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft“ (F.R.A.N.Z)

Informationen zum Bundesprojekt Rebhuhn retten – Vielfalt fördern

Kontakt

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Irene Feilhauer
Pressesprecherin
Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
0721 926-4051
E-Mail senden 

 

Dr. Tassilo Keiber
Stellvertretender Pressesprecher
Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
0721 926-6266
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