Lesezeit:
Vielfalt auf dem Acker: Ackerwildkrautmeisterschaft 2026 startet im Neckar-Odenwald-Kreis
Interessierte Landwirtinnen und Landwirte können sich ab 21. März beim Naturschutzreferat des Regierungspräsidiums Karlsruhe mit ihren Flächen bewerben
Lesezeit:
2026 findet die jährliche Ackerwildkraut-Meisterschaft des Landes Baden-Württemberg im Neckar-Odenwald-Kreis statt. Nicht nur Kulturpflanzen, auch Ackerwildkräuter haben auf vielen Getreideäckern Platz. Diese Vielfalt zeigt die Ackerwildkraut-Meisterschaft. Das Land Baden-Württemberg wird landwirtschaftliche Betriebe auszeichnen, die hochwertige Lebensmittel produzieren und gleichzeitig Ackerwildkräuter erhalten. Sie leisten einen großen Beitrag zum Schutz unserer heimischen Artenvielfalt.
Landwirtschaftliche Betriebe, sowohl konventionell als auch ökologisch wirtschaftende, können ihre Flächen ab 21. März beim Naturschutzreferat des Regierungspräsidiums anmelden.
Den Anmeldebogen sowie alle weiteren Informationen
Die Siegerehrung findet am 12. Juli im Rahmen des Grünkernfestes in Gottersdorf statt.
Veranstaltet wird der Wettbewerb gemeinsam von den Naturschutz- und Landwirtschaftsverwaltungen des Regierungspräsidiums Karlsruhe sowie des Neckar-Odenwald-Kreises, mit Unterstützung des Bauernverbandes Neckar-Odenwald-Kreis und des Arbeitskreises Neckar-Odenwald des Landesnaturschutzverbandes. Die Finanzierung erfolgt mit Mitteln aus dem Naturschutzhaushalt.
Hintergrundinformation: Wozu Ackerwildkrautschutz?
Klatsch-Mohn, Kornblume oder Kamille? Nicht alle Ackerwildkräuter blühen so auffällig - oft kommen sie auch ganz unscheinbar daher. Nur wenige Arten bereiten in der landwirtschaftlichen Praxis Probleme. Die meisten Ackerwildkräuter sind gegenüber der Feldfrucht konkurrenzschwach. Je artenreicher die Ackerwildkrautgesellschaft, desto besser regulieren sich die Arten untereinander. Für den landwirtschaftlichen Betrieb können Ackerwildkrautgesellschaften hilfreiche Hinweise auf den Standort geben. Ackerwildkräuter fördern eine Vielzahl von Ökosystemdienstleistungen wie Bestäubung, Schädlingsbekämpfung, Humusaufbau oder Erosionsschutz. Die „wilden Verwandten“ von Nahrungspflanzen sind darüber hinaus eine wichtige genetische Ressource, weil sie oft wichtige Merkmale wie Schädlingsresistenz oder klimatische Anpassungsfähigkeit aufweisen.
Fast alle Ackerwildkräuter sind eng an die Bodenbearbeitung und oft auch die angebauten Feldfrüchte gebunden: Außerhalb des Ackers können viele Arten kaum überleben. Landwirtinnen und Landwirte, die Ackerwildkräuter auf ihren Feldern zulassen, leisten daher einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Denn vom Ackerwildkrautschutz profitieren auch Insekten, Vögel, Fledermäuse und viele mehr.
Hingeschaut im März: Der Feld-Ehrenpreis (Veronica arvensis)
Die Blüten des Feld-Ehrenpreis erscheinen schon zeitig im Frühjahr.Mit ihrem kriechenden Wuchs und den kleinen, zartblauen Blüten ist die Pflanze eher unauffällig. Sie besiedelt viele Standorte und ist in ganz Baden-Württemberg weit verbreitet. Bestäubt wird der Feld-Ehrenpreis vor allem von Bienen. Aufgrund der langen Blütezeit von März bis teilweise Oktober bietet ihnen der Nektar über eine besonders lange Zeit Nahrung. Die Blüten sind hierbei immer nur vormittags und bei Sonnenschein geöffnet. Seine Samen bildet der Feld-Ehrenpreis in kleinen Kapselfrüchten aus. Sie werden vom Regen ausgespült und mit dem ablaufenden Regenwasser verbreitet. Auch Tiere tragen zur Verbreitung bei.
In Deutschland kommen über 30 wild wachsende Ehrenpreis-Arten vor. Dass der Feld-Ehrenpreis am besten auf dem Acker gedeiht, verrät auch der botanische Artname, denn „arvensis“ heißt „zum Acker gehörend“. Der Gattungsname „Veronica“ wird als Kurzform von Lateinisch „vera unica medica“ gedeutet, also das „einzige, wahre Heilmittel“. Tatsächlich wurden und werden ihm allerlei Heilkünste zugeschrieben, selbst gegen die Pest, Hexen und Blitze glaubte man ihn einsetzen zu können. Heutzutage gilt er als blutreinigend und soll den Stoffwechsel anregen. Bedeutsamer ist allerdings inzwischen die Nutzung verschiedener Ehrenpreis-Arten als Zierpflanze.
Anhang
Anmeldebogen zur Ackerwildkrautmeisterschaft
Kontakt
Kontakt
Kontakt
Irene Feilhauer
Pressesprecherin
Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
0721 926-4051
E-Mail senden
Charlotte Erdmann
Stellvertretende Pressesprecherin
Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
0721 926-6266
E-Mail senden