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Regierungspräsidium Karlsruhe verbessert Wasserhaushalt im Naturschutzgebiet Rastatter Bruch
Erste Maßnahmen zur Wiedervernässung des Niedermoors – Studierende des KIT bauen vier Holz-Grabensperren ein
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Im Naturschutzgebiet „Rastatter Bruch“ beginnen in der Woche vom 5. bis 9. Oktober 2026 erste Arbeiten zur Verbesserung des Wasserhaushalts des dortigen Niedermoors. Im Rahmen des grenzüberschreitenden Interreg-Projekts „Zones Humides/Feuchtgebiete“ werden hierzu vier Grabensperren aus Holz in bestehende Entwässerungsgräben eingebaut. Die Arbeiten werden in Kooperation mit dem Aueninstitut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) im Rahmen eines Geländepraktikums mit rund 20 Studierenden und unter fachkundiger Anleitung durchgeführt.
Ziel der Maßnahme ist es, das im Gebiet vorhandene Niederschlags- und Grundwasser länger im Moor zurückzuhalten. Die historischen Entwässerungsgräben sollen dadurch ihre entwässernde Wirkung teilweise verlieren. Hierdurch wird das Wasser insbesondere im Frühjahr nicht mehr unmittelbar aus dem Gebiet abgeführt und verweilt länger im Gebiet. Die Maßnahme setzt damit an einer der zentralen Ursachen für die fortschreitende Austrocknung des Moorbodens an und dient dem langfristigen Erhalt des Niedermoorstandortes. Eine dauerhafte Überstauung der Moorflächen ist dabei nicht vorgesehen.
Die Arbeiten sind ein erster Schritt im Rahmen einer Reihe weiterer Maßnahmen im Naturschutzgebiet. Grundlage ist eine mehrjährige hydrologische Untersuchung des Aueninstituts des KIT unter Prof. Dr. Christian Damm. In deren Rahmen wurden die Wasserverhältnisse des Gebiets untersucht und Möglichkeiten zur Verbesserung des Wasserhaushalts entwickelt.
Die Arbeiten werden kleinflächig und möglichst schonend durchgeführt. Die vier Sperrbauwerke werden vollständig aus Holz errichtet und händisch in die bestehenden Entwässerungsgräben eingebaut. Auf den Einsatz schwerer Maschinen wird verzichtet. Nachteilige Auswirkungen auf umliegende Landnutzungen waren Gegenstand der Untersuchungen und konnten ausgeschlossen werden.
Wasser länger im Moor halten
Das Niedermoor im Rastatter Bruch ist über lange Zeit durch ein historisch entstandenes Grabensystem entwässert worden. Die dadurch abgesenkten Wasserstände begünstigen bis heute die Zersetzung und Mineralisierung der organischen Moorböden. Hinzu kommen die veränderten klimatischen Bedingungen mit zunehmenden sommerlichen Trocken- und Hitzeperioden. Die Verbesserung des Wasserhaushalts ist deshalb eine wichtige Voraussetzung, um den weiteren Abbau des Moorbodens zu verlangsamen und die Lebensbedingungen für moortypische Tier- und Pflanzenarten zu verbessern.
Beitrag zum Erhalt wertvoller Lebensräume und zum Klimaschutz
Durch die bessere Durchnässung des Moorbodens soll die fortschreitende Mineralisierung der organischen Moorböden verlangsamt beziehungsweise möglichst weitgehend verhindert werden. Gleichzeitig verbessern sich die Standortbedingungen für moortypische Tier- und Pflanzenarten, von denen viele in Baden-Württemberg stark gefährdet sind.
Auch aus Sicht des Klimaschutzes kommt dem Erhalt von Moorböden eine besondere Bedeutung zu. In einem entwässerten Moor gelangt Sauerstoff in die zuvor wassergesättigten Torfschichten. Dadurch wird der organische Boden zunehmend zersetzt und der darin über lange Zeit gespeicherte Kohlenstoff als klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt. Intakte Moorböden können dagegen Kohlenstoff speichern und spielen eine wichtige Rolle im natürlichen Klimaschutz.
Erste Maßnahme im Rahmen des Interreg-Projekts „Zones Humides/Feuchtgebiete“
Die Arbeiten im Rastatter Bruch sind Teil des grenzüberschreitenden Interreg-Projekts „Zones Humides/Feuchtgebiete“. Ziel des Projekts ist es, wertvolle Feuchtgebiete und Moorlebensräume in der Oberrheinebene zu erhalten, ökologisch aufzuwerten und ihre natürlichen Funktionen langfristig zu sichern. Auch für weitere Gebiete im Regierungsbezirk Karlsruhe sind Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserverhältnisse und zur Entwicklung wertvoller Feuchtlebensräume vorgesehen.
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