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Naturschutz

Neuer Lebensraum für die stark gefährdete Wechselkröte

Regierungspräsidium Karlsruhe lässt Tümpel im Steinbruch Obrigheim anlegen

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Die Bestände der heimischen Amphibienarten sind in den letzten Jahrzehnten deutschlandweit eingebrochen. Auch die Wechselkröte ist davon betroffen. Im Steinbruch in Obrigheim hat das Naturschutzreferat des Regierungspräsidiums Karlsruhe deshalb mit Hilfe der Gemeinde Obrigheim und den Steinbruchbetreibern neuen Lebensraum geschaffen.

Die grün gefleckte Wechselkröte bewohnt bevorzugt flache, sonnige, fischfreie Gewässer in Kies- und Sandgruben, Steinbrüchen oder spärlich bewachsene Brachen. Sie ist nach deutschem und europäischem Naturschutzrecht streng geschützt und in ganz Deutschland stark gefährdet. Durch Verfüllung, Trockenlegung oder Bewaldung sind viele ihrer Lebensräume verschwunden, zusätzlich macht der Klimawandel den Lurchen zu schaffen. Seit einigen Jahren wird die Wechselkröte deshalb neben anderen seltenen Amphibienarten wie Moorfrosch oder Knoblauchkröte im Artenschutzprogramm des Landes Baden-Württemberg bearbeitet.

Für den Tümpel in Obrigheim wurde zu einer ungewöhnlichen Methode gegriffen: Die neu geschaffene Mulde im Steinbruchboden wurde mit einer Betonsohle versehen. Eine Lehmabdichtung, wie sie üblicherweise verwendet wird, wäre in der felsigen Umgebung fehl am Platz gewesen. Zudem kann der Betontümpel das Wasser besonders lange halten, bei Bedarf gereinigt werden und begrünt sich weniger stark. Denn als sogenannte „Pionierart“ besiedelt die Wechselkröte nur gut besonnte, vegetationsarme Gewässer.

Das Projekt wurde vor Ort vielfach unterstützt: Die Gemeinde Obrigheim hat die Fläche zur Verfügung gestellt, die Baggerarbeiten wurden kostenfrei durch die Baden-Württembergische Steinbruchbetriebe GmbH & Co. KG durchgeführt. Die Heidelberg Materials AG beteiligt sich darüber hinaus hälftig an den Kosten für den Spezialbeton. Eigentümer und Betreiber des Steinbruchs helfen damit einer Tierart, die besonders auf ihre Unterstützung angewiesen ist.

Die Maßnahme war ursprünglich für den letzten Spätherbst geplant, konnte aber witterungsbedingt erst jetzt umgesetzt werden. Da sich die Laichzeit der Wechselkröte noch bis in den Frühsommer erstreckt besteht die Möglichkeit, dass das neu geschaffene Kleingewässer noch in diesem Jahr besiedelt wird.

Hintergrundinformationen

Kröte, wechsel‘ Dich?

  • Das charakteristische dunkelgrüne Fleckenmuster auf heller Grundfärbung macht die Art unverwechselbar zu anderen Kröten. Jede Wechselkröte weist zudem eine ganz individuelle Zeichnung auf.
     
  • Das Muster dient vor allem der Tarnung. Je nach Umgebung, Licht, Temperatur können die Kröten die Grundfarbe „wechseln“, so dass der Kontrast zu den Flecken stärker oder schwächer wirkt.
     
  • Wenn den Kröten ihr Lebensraum nicht mehr gefällt, wechseln sie an einen anderen Ort. Auf der Suche nach einem neuen Laichgewässer wandern sie bis zu vier, im Extremfall auch acht bis zehn Kilometer weit.
     
  • Partnerwechsel? Wechselkröten können sowohl mit Erdkröten als auch mit Kreuzkröten lebensfähige Nachkommen zeugen, dies geschieht allerdings nur in Ausnahmefällen.

Informationen zu Lebensraum, Lebensweise, Verbreitung und Gefährdung der Wechselkröte unter https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/-/wechselkroete-bufo-viridis-laurenti-1768

Informationen zum Artenschutzprogramm unter rp.baden-wuerttemberg.de/themen/natur/artenschutz/artenschutzprogramm/ sowie https://pudi.lubw.de/detailseite/-/publication/34256.

Kontakt

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Irene Feilhauer
Pressesprecherin
Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
0721 926-4051
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Charlotte Erdmann
Stellvertretende Pressesprecherin
Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
0721 926-6266
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