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Gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft
Regierungspräsidium Karlsruhe blickt auf ereignisreiches Jahr zurück
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Das Jahr 2025 war für das Regierungspräsidium Karlsruhe von einer Vielzahl an Entscheidungen und Entwicklungen geprägt. Vorangebracht hat die Behörde zentrale Vorhaben in den Bereichen Verkehr und Infrastruktur, Umwelt und Landwirtschaft sowie Bildung und Ausbildung, Migration und Erstaufnahme. Zahlreiche Projekte konnten abgeschlossen, neue Maßnahmen begonnen, und wichtige Weichen für die Zukunft gestellt werden. Auch viele kommunale Themen und die Stärkung des Bevölkerungsschutzes beschäftigten die 1800 Mitarbeitenden im Regierungspräsidium in 2025.
„Das Jahr 2025 hat erneut gezeigt, wie vielfältig und verantwortungsvoll unsere Aufgaben sind. Gemeinsam mit unseren Kommunen, Landkreisen und externen Partnern konnten wir wichtige Projekte abschließen und neue voranbringen“, sagte Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder.
„Der länderübergreifende Austausch bei dem diesjährigen Treffen der Regierungspräsidentinnen und -präsidenten in Karlsruhe aus dem gesamten Bundesgebiet hat bestätigt, wie wichtig die Arbeit der Mittelbehörden ist, um die Herausforderungen und die strategischen Zukunftsthemen unserer Zeit zu bewältigen“.
Verkehr und Infrastruktur
Im Bereich Verkehr und Infrastruktur konnten einige Meilensteine erreicht und neue Maßnahmen auf den Weg gebracht werden: Mit dem Erlass der Planfeststellungsbeschlüsse für die Ortsumgehungen Jöhlingen und Berghausen, der Turmbergbahn, dem letzten Streckenabschnitt der Hermann-Hesse-Bahn sowie dem Teilabschnitt der Süddeutschen Erdgasleitung von Mannheim-Straßenheim bis Hüffenhardt können nun zentrale Projekte weiterentwickelt werden. Rund 100 Kilometer Fahrbahndeckensanierungen auf Bundes- und Landesstraßen, der Startschuss für den Neubau der Neckarbrücke Ladenburg, Fortschritte bei der Planung und Umsetzung zahlreicher Ersatzneubauten der sich im Regierungsbezirk Karlsruhe befindlichen 1.400 Brücken an Bundes- und Landesstraßen sowie die Erneuerung der Sicherheitstechnik im Saukopftunnel, tragen für mehr Komfort und Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger auf den Straßen bei. Mit dem Baubeginn des Radschnellwegs Mannheim–Heidelberg, der Festlegung der Vorzugsvariante des Radschnellwegs Heidelberg–Schwetzingen und den diesjährigen beiden Steuerkreissitzungen der Mobilitätspakte Walldorf–Wiesloch und Mittelbaden konnten Maßnahmen weiterentwickelt und neue Ziele für eine nachhaltige Mobilität festgelegt werden. Auch die Verbesserung der Mobilität am Rhein machte Fortschritte: Ziel des in 2024 ins Leben gerufenen deutsch-französischen Lenkungskreises ist es, die Rheinquerung zwischen der ehemaligen Schienenbrücke Beinheim – Wintersdorf und der Staustufe Roppenheim – Iffezheim zwischen Baden-Württemberg und dem Elsass durch ein multimodales Verkehrskonzept zu verbessern.
Mit der Bekanntgabe der Vorzugstrasse der Neubaustrecke Mannheim–Karlsruhe durch die Deutsche Bahn AG Ende des vergangenen Jahres ist nun auch der Lückenschluss der Güterstrecke zwischen Rotterdam und Genua wahrscheinlicher geworden.
Umwelt und Landwirtschaft
Im Bereich Umwelt standen Projekte beim Hochwasserschutz und der Gewässerökologie im Fokus. Dazu gehörten die Einweihung des Rheinhochwasserdamms RHWD XXV und des rechten Murgdamms, der Spatenstich für den Polder Bellenkopf-Rappenwört, die Einweihung des Pavillons und Infopfads auf der Rheinschatzinsel, die Renaturierung der Pfinz bei Berghausen sowie zahlreiche weitere Ökologieprojekte und Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen an Dämmen.
In einem ausgewogenen Verhältnis von Umwelt und Wirtschaft wurden auch in diesem Jahr 300 Betriebe und Einrichtungen mit hoher Umweltrelevanz, wie zum Beispiel Kraftwerke, Chemiebetriebe, Kläranlagen, Deponien, Müllverbrennungsanlagen, Zellstoff- und Papierfabriken, Gießereien und Druckereien im Regierungsbezirk Karlsruhe intensiv überwacht. Neben der regelmäßigen Überwachung wurde auch eine Vielzahl von Zulassungsverfahren durchgeführt. Darüber hinaus gab es 446 Vor-Ort-Prüfungen in Bezug auf den Umgang mit radioaktiven Stoffen, den Betrieb von Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlung, den Betrieb von Röntgeneinrichtungen und die damit im Zusammenhang stehenden Tätigkeiten im Bereich Strahlenschutz.
Auch die höhere Naturschutzbehörde setzte ihre Arbeit zum Erhalt der biologischen Vielfalt mit vielen Projekten fort. So wurde das von der EU geförderte Millionenprojekt der Moorrevitalisierung auf dem Kaltenbronn weiter umgesetzt und auch das diesjährige Urteil zum Kletterverbot am Battertfelsen gibt nun Rechtssicherheit für das vom Regierungspräsidium Karlsruhe in 2022 vorgestellte Maßnahmenpaket zum Schutz des Wanderfalkens. Die beiden Aktionen zum Aalbesatz in Rhein und Neckar haben erneut ein Zeichen für den Erhalt der Arten gesetzt. Ebenso trugen die rund 350 Futtermittelkontrollen für eine gesunde Ernährung der Tiere in den landwirtschaftlichen Betrieben für die Gesundheit aller Bürgerinnen und Bürger bei. Die diesjährige Gartenschau in Freudenstadt und Baiersbronn, bei der das Regierungspräsidium rund zwei Wochen vertreten war, setzte zusätzlich positive Impulse für Tourismus und Regionalentwicklung.
Bildung und Ausbildung
Auch Bildung und Ausbildung standen im Fokus: Neben der Durchführung der jährlichen Abiturprüfungen begleiteten die jeweiligen Fachabteilungen die Abschlussprüfungen von Landwirten und Landwirtinnen sowie Pferde- und Pferdemeisterinnen. Mit der Betreuung von 1.128 Schulen mit rund 380.000 Schülerinnen und Schülern sowie einer ausreichenden Einstellung von Lehrerinnen und Lehrern sorgte das Regierungspräsidium gemeinsam mit den vier staatlichen Schulämtern für eine weiterhin verlässliche Basis in Bildung und Erziehung. Beim Girls’ und Boys’ Day im Regierungspräsidium Karlsruhe erhielten 36 Schülerinnen und Schüler, Einblicke in die Arbeit der Verwaltung. Im Regierungspräsidium selbst fanden vielfältige Ausstellungen zu gesellschaftspolitischen Themen statt. Der im Regierungspräsidium Karlsruhe angesiedelte Arbeitskreis Heimatpflege würdigte mit dem alle zwei Jahre ausgeschriebenen Mundartwettbewerb „De gnitze Griffel“ erneut die sprachliche Vielfalt der Region. Zudem wurden Ehrennadeln an besonders engagierte Persönlichkeiten im Bereich Heimatpflege verliehen.
Migration und Erstaufnahme
Ein wichtiger Schritt in der Migration war die am 1. April 2025 an den Start gegangene Landesagentur für die Zuwanderung von Fachkräften (LZF) in den Regierungspräsidien in Karlsruhe und Stuttgart. Die LZF ist die landesweite zentrale Anlaufstelle und Servicepartnerin für Unternehmen und Fachkräfte und nun neben den unteren Ausländerbehörden für das beschleunigte Fachkräfteverfahren zuständig. Die Besonderheit der LZF ist, dass sie nicht nur zu ausländerrechtlichen Fragen, sondern auch zur Anerkennung von Berufsqualifikationen und Abschlüssen berät und eng mit den verschiedenen Anerkennungsstellen, der Bundesagentur für Arbeit und den Auslandsvertretungen zusammenarbeitet. Ziel ist es, durch enge Vernetzung aller Akteure die Fachkräftegewinnung aus dem Ausland effizient, transparent und praxistauglich zu gestalten. Seit dem Start im April 2025 wurden bis Ende Dezember 2025, 2.280 Anträge gestellt. 1.050 wurden mit der Erteilung einer Vorabzustimmung abgeschlossen, mit der bei den Auslandsvertretungen ein Visum zur Einreise beantragt werden kann.
Im Vergleich zum letzten Jahr ist in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes erneut ein Rückgang von Asylantragstellenden zu verzeichnen. Dies ermöglicht die Asylverfahren in den meisten Fällen noch während des Aufenthalts in der Erstaufnahme abzuschließen und möglichst nur Personen mit Bleibeperspektive in die Stadt- und Landkreise zuzuweisen. Dies trägt zu einer wesentlichen Entlastung in den Kreisen und Kommunen bei. Hauptherkunftsländer sind weiterhin Syrien, Türkei und Afghanistan.
Im Juni 2026 wird das durch die Europäische Union beschlossene Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) starten. GEAS dient dazu, die Migration in der EU insgesamt zu begrenzen, zu steuern und zu ordnen. Das Regierungspräsidium Karlsruhe steuert diesen Prozess landesweit.
Kommunale Themen
Große Bedeutung kam 2025 auch den kommunalen Themen zu: Geprüft wurden unter anderem die Haushalte der Stadt- und Landkreise sowie die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahlen in Bühl, Bruchsal, Horb und Pforzheim. Der Verteilungsausschuss hat im Jahr 2025 Investitionshilfen und eine Bedarfszuweisung aus dem Ausgleichstock zum Ausgleich besonderer Belastungen von insgesamt rund 40,09 Millionen Euro an finanzschwache Gemeinden vergeben. Mit diesen Zuweisungen ist ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 170,11 Millionen Euro verbunden. Aus dem Fördertopf der Städtebauförderung flossen in diesem Jahr rund 76,5 Millionen Euro sowie aus dem Fördertopf nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) rund 39,1 Millionen Euro in Projekte in den Kommunen. Darüber hinaus wurden 14 neue Stiftungen im Regierungsbezirk anerkannt.
Bevölkerungsschutz
Mit der Inbetriebnahme von zwei neuen Feuerwehrkränen für die Städte Karlsruhe und Pforzheim wurde die Gefahrenabwehr weiter gestärkt. Der Rettungsdienst im Regierungsbezirk Karlsruhe erhielt in 2025 rund 6,1 Millionen Euro an Landesförderung.
Innerbetrieblich geübt wurde im Regierungspräsidium Karlsruhe in diesem Jahr auch eine fiktive Katastrophe. Erprobt wurden insbesondere die dann notwendigen Prozesse der in diesen Fällen aktiven sogenannten Verwaltungsstäbe.
Ausblick
Mit Blick auf das kommende Jahr will das Regierungspräsidium Karlsruhe begonnene Projekte konsequent fortführen und neue Impulse für eine nachhaltige Entwicklung zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger im Regierungsbezirk Karlsruhe setzen.
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