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Gehölzrückschnitte im Naturschutzgebiet Erlen-, Metten- und Gründelbachniederung
Die Natur profitiert gleich mehrmals: Artenreiche Mähwiesen und strukturreicher Waldrand werden gefördert
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Im Naturschutzgebiet Erlen-, Metten- und Gründelbachniederung zwischen Ötisheim und Ölbronn-Dürrn im Enzkreis werden dieser Tage Sträucher zurückgeschnitten und Bäume gefällt. Die Gehölzarbeiten haben gestern, 13. Oktober 2026, begonnen und werden in den nächsten Wochen abgeschlossen. Der Waldeigentümer ForstBW, Forstbezirk Unterland, und das Naturschutzreferat am Regierungspräsidium Karlsruhe schaffen durch die gemeinsam abgestimmten Maßnahmen zahlreiche neue Lebensräume für viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten.
In den nächsten Tagen wird das von ForstBW beauftragte Unternehmen den südlichen Waldrand des Hirschwaldes westlich von Ötisheim bearbeiten. Dabei wird sich das Aussehen des Waldrandes stark verändern. Alte, große Eichen werden stehen bleiben und zusammen mit stehendem Totholz weiterhin für Hirschkäfer, Spechte und viele weitere Tierarten Lebensstätten bieten.
Wann ist ein Waldrand besonders wertvoll für die heimische Artenvielfalt?
Naturnahe Waldränder bieten einen Wechsel aus einzelnen Großbäumen, blütenreichen Sträuchern und hochwachsenden Altgrasstreifen. Auf einer Länge von mehreren hundert Metern und rund 10 m Tiefe entstehen so zahlreiche Lebensstätten für Insekten, Fledermäuse und Vögel. In einem neuen Merkblatt der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg mit Sitz in Freiburg werden wichtige Tipps zur Naturschutzfachlichen Waldrandgestaltung gegeben. Diese sind auch Grundlage für die Arbeiten von ForstBW im Naturschutzgebiet Erlen-, Metten- und Gründelbachniederung.
Warum profitieren die artenreichen Mähwiesen?
Bäume und Sträucher wachsen Stück für Stück und werfen einen immer größeren Schatten auf die angrenzenden Mähwiesen. Die Mahd der Mähwiesen wird durch das Einwachsen der Gehölze ebenfalls erschwert. Mit dem Gehölzschnitt werden die Mähwiesen wieder besser besonnt und Gräser und Kräuter können besser blühen und wachsen. Gleichzeitig wird die notwendige Mahd der Mähwiesen in den nächsten Jahren erleichtert.
Die Arbeiten werden in den nächsten Jahren in gemeinsamer Abstimmung des Naturschutzreferats am Regierungspräsidium Karlsruhe und des Waldeigentümers ForstBW fortgesetzt.
Kurzvorstellung Naturschutzgebiet Erlen-, Metten- und Gründelbachniederung
Das Naturschutzgebiet Erlen-, Metten- und Gründelbachniederung liegt im Landkreis Enzkreis zwischen Ötisheim, Ölbronn-Dürrn und Neulingen. Vor 40 Jahren wurde die Verordnung vom Regierungspräsidium Karlsruhe erlassen (31. Juli 1986). Es ist 165 ha groß. Ein Mosaik aus Wiesen unterschiedlicher Feuchtegrade, Eichen- Hainbuchenwäldern, Bächen und Teichen bildet eine vielfältige Landschaft mit einem hohen Artenreichtum. Beispielsweise konnten in den letzten Jahren zusammengenommen über 550 verschieden Pflanzenarten, Vogelarten, Amphibien, Heuschrecken und Wildbienen nachgewiesen werden. In Naturschutzgebieten ist eine große Artenvielfalt zu Hause und kann nur hier durch eine angepasste Landschaftspflege erhalten und geschützt werden.
Warum gibt es Naturschutzgebiete?
Nur knapp 2,5 % der Fläche von Baden-Württemberg sind als Naturschutzgebiete geschützt: Im Land gibt es 1.046 Naturschutzgebiete. 231 davon liegen im Regierungsbezirk Karlsruhe. Naturschutzgebiete repräsentieren die besonderen Landschaften im Bezirk: von den nassen Auwäldern und Stromtalwiesen in den Rheinauen über die trockenen Sandmagerrasen der Hardtplatten und Lössraine des Kraichgaus bis zu den Quellauen im Neckarland und Hochmooren im Nordschwarzwald. Wie Juwelen liegen sie in unserer Landschaft: Sie sind unser wertvollstes Stück Natur! In Anbetracht des dramatischen Artenverlustes der letzten Jahrzehnte, werden Naturschutzgebiete dringend als Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen gebraucht. Sie finden in unserer dicht bebauten und intensiv genutzten Landschaft nur noch wenig Lebensraum. Daneben bieten Naturschutzgebiete Raum für naturverträgliche Erholung von uns Menschen und bereichern unsere Lebenswelt.
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