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Naturschutz

Fachaustausch mit Bewirtschaftern und Eigentümern von Wiesen und entdeckungsreicher Nachmittag: rosa Sterne und weiße flauschige Federbällchen

Mit dem Ökomobil wurden auf Wiesen viele Besonderheiten entdeckt – zuvor gab es Gespräche rund um Erhalt von artenreichem Grünland

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Ökomobil des Naturschutzreferates am Regierungspräsidium auf der Schelkleswiese in Baiersbronn

Am Sonntagnachmittag, 27. September 2026, ging es auf der Schelkleswiese (ehemaliges Landesgartenschaugelände) in Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt bunt und vielfältig zu. Die Naturschutzverwaltung am Regierungspräsidium Karlsruhe war mit ihrem Ökomobil zu Besuch. Gemeinsam mit dem Landschaftserhaltungsverband Landkreis Freudenstadt e.V. waren Interessierte eingeladen, den Artenreichtum auf der Schelkleswiese zu erkunden. Einen ganzen Nachmittag lang haben Kindern und Erwachsene die unterschiedlichen Pflanzen und unzähligen Tiere der Mähwiesen durch Binokulare und Becherlupen betrachtet, die Arten bestimmt und über die Eigenarten gestaunt. Die „rosa Sterne“, die noch auf der herbstlichen Mähwiese blühten entpuppten sich als Flockenblumen und die „weißen flauschigen Federbällchen“ sind die Blüten des anmutigen Mädesüß.

Das Ökomobil setzt darauf, dass Naturerleben ab früher Kindheit zukünftigen Arten- und Naturschutz unterstützt: Nur was man kennt, das schützt man! Die heimische Artenvielfalt ist Teil unserer natürlichen Lebensgrundlagen und kann direkt vor unserer Haustüre bestaunt und geschützt werden. Das gilt besonders für die blumenbunten Wiesen und Weiden.

Der Artenreichtum der Wiesen und Weiden ist enorm: über 50 verschiedene Pflanzenarten können hier wachsen und dazu hunderte Schmetterlinge, Spinnen, Wanzen und Kleinstlebewesen, die wiederum wichtige Nahrung für Vögel und Kleinsäuger sind. 

Bereits am Vormittag waren das Naturschutzreferat am Regierungspräsidium Karlsruhe gemeinsam mit dem Landschaftserhaltungsverband Landkreis Freudenstadt e.V. und der Gemeinde Baiersbronn im Gespräch mit Eigentümern und Bewirtschaftenden, um artenreiche Wiesen und Weiden zu erhalten und zu stärken und somit zur Erhaltung einer blühenden Landschaft um Baiersbronn beizutragen. 

Die Fachleute waren gemeinsam mit Flächeneigentümern unterwegs, um über die richtige Mahd und Beweidung zu sprechen. „Richtig“ heißt im Sinne des Artenreichtums, dass eine regelmäßige, standortangepasste Beweidung oder eine zweischürige Mahd erfolgt und das Mahdgut abgeräumt wird. Es wurden gemeinsam vorhandene Möglichkeiten besprochen und zukunftsweisende neue Wege der Bewirtschaftung und Pflege der Wiesen und Weiden erörtert. So können die heimischen Wiesenkräuter und Gräser wachsen, blühen, fruchten und stabile Bestände bilden. Ein besonderer Fokus lag auf den europäisch geschützten FFH-Mähwiesen. In Baden-Württemberg und Bayern liegen deutschland- und auch europaweit die meisten FFH-Mähwiesen. Private Nutzer können sich beim Landschaftserhaltungsverband oder der Naturschutzverwaltung über die geeignete Bewirtschaftung informieren. In einem erhältlichen Faltblatt werden die wichtigsten Informationen zusammengefasst. Damit kann jeder Nutzer einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der heimischen Artenvielfalt leisten.

Hintergrundinfo FFH-Mähwiesen

Neben Buchenwäldern und naturnahen Bächen sind auch blumenbunte FFH-Mähwiesen Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. „FFH“ steht für Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, in der besondere europäische Lebensräume und Tierarten geschützt sind. Die meisten FFH-Mähwiesen liegen deutschland- und europaweit in Baden-Württemberg und Bayern. Baden-Württemberg hat daher eine große Verantwortung, diese artenreichen Lebensräume zu erhalten.  Die artenreichen Wiesen liefern einen Beitrag zur Stärkung unserer heimischen Artenvielfalt, sind wichtig für den Bodenschutz, tagen zum Trinkwasser- und Klimaschutz bei und bereichern darüber hinaus das Landschaftsbild. Wie der Name verrät, entstanden diese Wiesen durch das Mähen. Seit Jahrzehnten – manchmal Jahrhunderten – wurden die Wiesen zweimal im Jahr von den Landwirtinnen und Landwirten gemäht und das frische Gras oder das Heu zur Fütterung der Kühe im Winter abtransportiert. Für die Erhaltung der FFH-Mähwiesen ist eine angepasste Bewirtschaftung notwendig. 

Download Faltblatt Blütenmeere auf Ihrem Grundstück

FFH-Mähwiesen - Blütenmeere auf Ihrem Grundstück

Hintergrundinformation zum Erhaltungszustand von FFH-Mähwiesen

Bei den turnusmäßigen Berichtspflichten der Mitgliedsstaaten an die Europäische Union werden seit rund 20 Jahren die Erhaltungszustände der geschützten Lebensräume und Arten in einem Ampelsystem grün-gelb-rot bewertet. Der Erhaltungszustand der Mähwiesen hat sich in diesem Zeitraum verschlechtert und wird inzwischen in der Kategorie rot als ungünstig bewertet. Die Europäische Union forderte Deutschland und damit auch Baden-Württemberg auf, die notwendigen Maßnahmen zur Erreichung eines günstigen Erhaltungszustands der Mähwiesen, umzusetzen. Somit müssen auch die Mähwiesen, die sich in den letzten Jahren massiv verschlechtert haben, beziehungsweise verloren gegangen sind, wiederhergestellt werden. Nur so kann europäische Artenvielfalt als Naturerbe und menschliche Lebensgrundlage erhalten werden.

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Irene Feilhauer
Pressesprecherin
Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
0721 926-4051
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Dr. Tassilo Keiber
Stellvertretender Pressesprecher
Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
0721 926-6266
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