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Abteilung 5: Umwelt

Bachforelle laicht in der Pfinz

Bauliche Maßnahme des Landesbetriebs Gewässer zeigt Wirkung

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eine Bachforelle in der Pfinz – gut zu erkennen an den roten, hell umrandeten Punkten auf der Flanke

Die vom Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe im vergangenen Jahr (Pressemitteilung vom 11. August 2025) umgesetzten Strukturmaßnahmen an der Pfinz zeigen Wirkung: Die Bachforelle hat die neuen Laichplätze angenommen. 

Anders als bei vielen anderen Tiergruppen fällt die Zeit der Vermehrung für verschiedene Fischarten in die Wintermonate. Dazu gehört neben dem Lachs als prominentem Vertreter der Forellenartigen auch die heimische Bachforelle. Sie kann bis zu 50 cm lang werden und ist gut an den roten, hell umrandeten Punkten auf der Seite zu erkennen (siehe angehängtes Bild). Einst war sie in den Oberläufen vieler Gewässer sehr zahlreich vertreten. Gewässerabschnitte wurden mit den Bezeichnungen Obere und Untere Forellenregion benannt. Die Bachforellenbestände sind in vielen Gewässern stark zurückgegangen. Daher wird die Bachforelle in der aktuellen Roten Liste von Baden-Württemberg als gefährdet eingestuft. Hauptursachen für die zunehmende Gefährdung der Bachforelle sind die mit der Klimaveränderung einhergehende Erwärmung der Gewässer sowie der Verlust an geeigneten Lebensräumen durch Folgen des früheren oft monotonen Gewässerausbaus. Bachforellen benötigen stark strukturierte Gewässer, um sich wohl zu fühlen und fortpflanzen zu können. So werden beispielsweise gut durchströmte Kiesflächen zum Laichen benötigt. Die Jungfische halten sich in flachen Gewässerabschnitten auf, um sich vor größeren Fressfeinden und starker Strömung zu schützen. Dagegen bevorzugen die ausgewachsenen Bachforellen tiefe, langsam durchströmte Stellen. Als Stand-, Ruhe- und Überwinterungsplätze sind Deckungsstrukturen wie Totholz und flutende Wasserpflanzen wichtig.

Der Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe gibt der Bachforelle wieder mehr geeigneten Lebensraum. Eine bessere Beschattung entlang der Bäche vermindert die Gewässererwärmung und die Strukturierung von Gewässern schafft naturnahe Bachabschnitte. Zudem ist die aquatische Durchgängigkeit in Grötzingen und dem Pfinztal, durch die sich Fische in der Pfinz wieder frei bewegen können, wiederhergestellt worden. Es wurden zerstörte Lebensräume für die aquatische Lebensgemeinschaft und damit auch für die Bachforelle erneuert: Unter der Projektleitung von Lysann Horakh wurden in der Pfinz an verschiedenen Stellen zwischen Remchingen und Berghausen Strukturelemente aus Holz und Steinen eingebaut sowie Kiesbänke und Fischunterstände geschaffen. Außerdem wurde das Ufer abschnittsweise rückgebaut, um die Biotope Wasser und Ufer wieder zu vernetzen, so dass sich typische Uferlebensräume entwickeln können.

Nun hat sich gezeigt, dass diese Maßnahmen angenommen wurden. Diesen Winter konnte Stephan Hüsgen, Fischereiexperte am Regierungspräsidium Karlsruhe, erste Erfolge der Maßnahme selbst beobachten - zahlreiche Bachforellen laichten auf den neu eingebrachten Kieslaichplätzen. Bestätigt wurde diese Beobachtung von Martin Windstein, dem Zweiten Vorsitzenden des Anglervereins Forelle Pfinztal e.V., der allein zwischen Berghausen und Kleinsteinbach 28 Laichplätze zählen konnte. Jetzt hoffen Hüsgen und Windstein, dass sich in den nächsten Wochen in den abgelegten Eiern die heranwachsenden Brütlinge ungestört entwickeln und im kommenden Frühjahr zahlreiche junge Bachforellen schlüpfen werden. Dass diese baulichen Anpassungen so schnell ihre Wirkung auf die Fischfauna zeigen, freut auch die Projektleiterin im Landesbetrieb Gewässer, Lysann Horakh. 

Naturnahe und gut strukturierte Gewässer sind ein Gewinn für die Gewässerökologie und deutlich resilienter gegenüber der Klimaerwärmung als monotone Bachläufe. Die Pfinz wird nun wieder Stück für Stück ein vielfältiger Lebensraum. Das Regierungspräsidium Karlsruhe setzt damit eine der erforderlichen Maßnahmen zur Zielerreichung eines guten ökologischen Zustands der Gewässer nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) um. Damit ist es zugleich Vorbild für andere Maßnahmenträger.

 

Anhang

Mehr Informationen zu den Strukturmaßnahmen an der Pfinz

Kontakt

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Irene Feilhauer
Pressesprecherin
Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
0721 926-4051
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Charlotte Erdmann
Stellvertretende Pressesprecherin
Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
0721 926-6266
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